Jesus ist auferstanden!

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Jesus ist tot. Sie haben ihn am Kreuz umgebracht. Ihn, den Einen Menschen. Die Frauen, die Jesus salben wollen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen, beschäftigt auf ihrem Weg zum Felsengrab nur eins: Wie bekommen wir den großen Stein, der das Grab verschließt, weggerollt? Alltagssorgen. Als sie näher kommen stellen sie überrascht fest, der Stein ist schon weggerollt.

5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.
6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.” (Mk 16,5-8)

Die Frauen erleben das Unglaubliche bis zur Gänsehaut. Die Menschen wollten Jesus ein Ende machen, aber Gott macht dem Tod ein Ende und erweckt Jesus von den Toten. Seit Jesu Auferstehung dürfen wir im Glauben wissen: der Mensch ist mehr als Fleisch und Blut. Unserer eigentlichen Identität kann der Tod nichts mehr anhaben, denn Christus ist auferstanden.

Mit “denn sie fürchteten sich” endete ursprünglich das Markusevangelium. “Das ist aber kein schöner Schluß” dachten die Redakteure des Evangeliums im 2. Jh. und haben noch weitere Berichte über den Auferstandenen aus den anderen Evangelien angefügt. Aber die Auferstehung Jesu können wir einfach nicht beweisen, denn sie geht über unsere sinnliche Wahrnehmung hinaus. Was da geschieht können unsere Hände nicht be-greifen, unsere Augen nicht glauben, denn Gottes Realität zerbricht unsere alltägliche Erfahrungswelt.

Markus schweigt da, wo die anderen Evangelisten die Auferstehung Jesu noch mit vielen Worten beweisen zu wollen scheinen. Markus schweigt und bewahrt das Christusgeheimnis. Angesichts der Auferstehung geht es ihm wie Mose, der sich dem brennenden Dornbusch nähert, und zu dem Gott spricht: “Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort darauf du stehst, ist heiliges Land!” Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. (2. Mo 3)

Wenn Gottes Realität in unser kleines Alltagsleben einbricht, wenn Gottes Ewigkeit unsere Zeit still stehen lässt, erfasst uns Furcht und Zittern – aber auch große Freude.

Christus, Du lebst.
Der Tod ist nur ein Tor.
Ewigkeit Dein Sein.
Das Kreuz liegt wie ein Schatten hinter Dir.
Freude Dein Kleid.
Die Dunkelheit läuft vor Dir davon.
Liebe Dein Wesen.
Christus, Du lebst.