His love is stronger than death (2 Cor 5:9)

cobweb-1949778_1920

God reconciles in Christ the world with himself
in his love he becomes powerless
and dies with Christ on the cross
but his love is stronger than death


Gott versöhnt in Christus die welt mit sich
in seiner liebe wird er machtlos
und stirbt mit Christus am kreuz
aber seine liebe ist stärker als der tod

Ist wirklich jeder ersetzbar?

pfarrerinderzukunft
Pfarrerin der Zukunft?
pfarrer-der-zukunft
Pfarrer der Zukunft?

Wie wird es um die Kirche in 20 Jahren bestellt sein?

Werden Roboter, wie ich das mit meinen Bildcollagen zu verdeutlichen versucht habe, die Gottesdienste mit Abendmahl, Predigt und Segen übernehmen? So weit hergeholt ist die Idee nicht. Immerhin stellte der Kirchentag 2017 einen Roboter, der “segnen kann”, vor. Geht das zu weit? Auf jeden Fall!
Diese Spielerei mit der Segensformel bewegt sich für mich schon am Rand zur Blasphemie und ist außerdem ein Schlag ins Gesicht jeder Pfarrerin und jedes Pfarrers.

Die Denkweise die hinter der Idee steht, einen Computer zu bauen, der “segnen kann” ist offensichtlich. Der Beruf des Pfarrers ist ein Beruf wie jeder andere, der sich in verschiedene Arbeitsschritte, wie wir das aus der Autoproduktion kennen, aufteilen lässt. Ob der Computer segnet oder predigt ist technisch kein großer Unterschied. Per Wlan könnte er sich eine Predigt zum Kirchenjahr aus einer der vielen Datenbanken mit Predigten, die online sind, herunterladen und predigen. Alle anderen Tätigkeiten, taufen, das Abendmahl austeilen, beten, könnte er dann ebensogut ausführen.

Was für ein Horrorszenario! Was für ein großes Mißverständnis! Sowohl des Pfarrerberufs als auch des Gottesdienstes. Es geht hier nicht in erster Linie um verbale Kommunikation, um ein Weitergeben von Informationen in der Informationsgesellschaft, sondern es geht darum, dass der Pfarrer den anderen Menschen “Mensch” ist, und dass er zwar auch Teil dieser Gemeinde ist, aber er eben auch “Hirte” ist, der die Gemeinde führt. Er geht der Gemeinde voran, nicht wie ein Chef oder weil es seine Rolle verlangt, sondern er ist ihr geistlicher Leiter, der für seine Gemeinde vor Gott im Gebet eintritt. Wenn er das Abendmahl austeilt, tut er das an Stelle von Christus, oder anders herum: durch die Pfarrerin oder den Pfarrer teilt Christus das Abendmahl aus.  Die Predigt ist mehr als eine Bibelauslegung, sondern in ihr sagt der Prediger der Gemeinde das, was er “im stillen Kämmerlein” an Worten für sie von Gott empfangen hat. Der Segen im Gottesdienst, wie alles andere, kommt aus einem Herzen, dass von Gott berührt und beGeistert ist. Die erhobenen Hände sind ursprünglich wie das Handauflegen, eine Art von “Energieübertragung” von Gottes Heiligem Geist, durch den Pfarrer, hin zur Gemeinde.

Aber ich mache mir eigentlich keine großen Sorgen darum, dass wir tatsächlich in der Zukunft Gottesdienste mit predigenden Robotern haben werden. Nicht dass ich es nicht für möglich halte, dass es die evangelische Kirche in manchen Dorfgemeinden, bei denen es zu teuer und zu aufwendig ist, sie von einem Pfarrer zu betreuen, versuchen würde. Nein, in der Zukunft wird die Kirche nicht mehr so sein, wie wir sie noch vor 30 oder 40 Jahren kannten. Und diese Zukunft ist in manchen Regionen schon Gegenwart.

Wer hätte es vor einigen Jahren für möglich gehalten, dass ein Gottesdienst nur alle vierzehn Tage stattfindet? Und wir müssen gar nicht in die Dörfer fahren. Selbst in Dresden ist ein vierzehntägig stattfindender Gottesdienst – sogar an einem Fest wie “Ostern” – in vielen Kirchengemeinden traurige Realität.   Es geht ganz schleichend. Nach und nach werden einzelne Kirchengemeinden, weil ihnen die Gläubigen wegsterben, mit ihnen sterben. Vielleicht werden die Freikirchen weiteren Zuwachs erhalten. Aber ich rechne damit, es ist ja heute schon so, dass manche Regionen in Deutschland komplett entchristlicht werden. Sicherlich, eine düstere Vision. Aber sie zeigt, Kirche ist nicht nur eine Institution, sondern die Gemeinschaft der Gläubigen. Mit ihnen “steht und fällt” Kirche.

Aber etwas gibt mir doch noch Hoffnung: Dass Jesus sagt: “Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.”

Gott, was auch geschieht: Dein Wille geschehe.

Heiligabend

lightning-weft-731541_1280

Heiligabend: Christus wird in die Finsternis dieser Welt geboren. Maria und Joseph, eine Handvoll Hirten, die Weisen aus dem Morgenland, wohl niemand hat die Dimension verstanden, die die Geburt dieses kleinen Kindes hat. Alle menschliche, rationale Weisheit muss hier an der Krippe kapitulieren. Mehr noch der Verstand oder das Gehirn ist gar nicht fähig zu verstehen was hier geschieht und wer da in der Krippe liegt. Das ist so als wollte man mit den Augen hören und den Ohren sehen. Das geht nicht. Der Glaube an Christus wird im Herzen geboren. Unsere Herzen verstehen was unser Verstand nicht glauben kann. Dort wo unser Verstand nur ein hilfloses Neugeborenes und Schmutz und Armut sieht, sieht unser Herz das Wesentliche.

Nur wer (noch) glauben kann wie ein Kind, kann Gott in dem Kind in der Krippe erkennen. Lasst euch nicht täuschen von Glanz und Glamour, von Luxus und Wohlstand, von makellos reiner Haut und einem hübschen Gesicht. Das sind Äußerlichkeiten, die zwar in einer oberflächlichen Facebook und Instagram – Welt viele Likes bekommen, die aber vom Wesentlichen ablenken. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Und dieses Wesentliche lebt uns Christus vor, weil Gott in ihm Gestalt angenommen hat.

Liebe, Frieden, Güte, Gerechtigkeit bekommen durch Jesus eine neue Bedeutung und stellen alles in den Schatten, was wir bisher kannten. Liebe heißt bei uns “gleich und gleich gesellt sich gern”, bei ihm “liebet eure Feinde”. Frieden heißt bei uns Waffenstillstand, bei ihm “meinen Frieden gebe ich euch”. Güte heißt bei uns “tust du etwas für mich, tue ich etwas für dich”, bei ihm “wenn dich jemand um ein Hemd bittet, gib ihm auch noch deinen Mantel”. Gerechtigkeit heißt bei uns “Auge um Auge, Zahn um Zahn”, bei ihm “ich vergebe dir, sündige in Zukunft nicht mehr”.

Was unscheinbar als Geburt eines kleinen Jungen in einem dunklen Hinterhof der Geschichte begann, wird nach Jesu Leben, Tod und Auferstehung zur Weltreligion. Wie eine Olympiafackel von Nation zu Nation weitergegeben wird, setzt das Feuer des Glaubens die Herzen vieler Menschen auf der ganzen Welt in Brand. Wie sich nach dem Urknall das Universum immer weiter ausdehnt, breitet sich die Botschaft von Gott, der sich mit den Menschen versöhnen will, immer weiter aus.

Doch die Physiker gehen davon aus, dass sich nach dem Urknall das Universum wieder zusammenzieht. Was die Forscher für das Universum in ein paar Milliarden Jahren vorraussagen, gilt schon heute für den christlichen Glauben. Es ist bedrückend mit anzusehen, wie der christliche Glaube immer weiter an Bedeutung verliert. Ich wünschte ich hätte ein Patentrezept, aber das habe ich nicht. Wer bin ich schon?

Vielleicht müssen erst die kirchlichen Strukturen auseinanderfallen, bis die Menschen wieder neu nach Gott fragen können. Vielleicht müssen wir erst scheitern und in persönlichen Krisen zerbrechen, bis wir wieder fähig sind, das Wesentliche zu sehen. Vielleicht, vielleicht, vielleicht.

Ich erinnere mich an die Bergpredigt. Wie kindlich sorglos Jesus Gott, unserem Vater einfach vertraut hat. Was auch geschieht, wir sind in Gottes Hand.

Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.” (Mt 6,31-34)